Augenvorsorge – sehen Sie wirklich schlechter, oder merken Sie es nur nicht?
Eine Brillenmessung prüft, wie scharf Sie sehen. Eine Vorsorge prüft, ob Sehnerv, Netzhaut, Linse und Augendruck in Ordnung sind. Das ist ärztliche Aufgabe.
Beides ist nicht dasselbe. Viele Befunde entstehen ohne Schmerz und ohne dass die Sehschärfe zuerst nachlässt.
Was wir vorsorglich ansehen
- Sehschärfe und Bedarf einer Sehhilfe
- vordere Augenabschnitte an der Spaltlampe
- Augeninnendruck
- Sehnerv
- Netzhaut, vor allem die Stelle des schärfsten Sehens
- bei Bedarf Gesichtsfeld, Hornhautdicke oder Schichtaufnahme (OCT)
Welche Schritte nötig sind, hängt von Alter, Vorerkrankungen und dem letzten Befund ab.
Empfohlene Zeitpunkte
Die Angaben folgen den Empfehlungen des Berufsverbandes der Augenärzte sowie den Leitlinien von BVA und DOG. Den Abstand in Ihrem Fall legen wir nach der Untersuchung fest.
Kinder
- bei sichtbaren Auffälligkeiten ohne Verzug
- mit 6 bis 12 Monaten bei familiärem Risiko, Schielen oder Frühgeburt
- mit 30 bis 42 Monaten auch ohne besondere Vorgeschichte
Einzelheiten stehen auf der Seite Kindersprechstunde.
Glaukom
- Angebot der Früherkennung ab 40 Jahren
- früher bei Glaukom bei Eltern oder Geschwistern, bei Kurzsichtigkeit ab etwa 4 Dioptrien, nach längerer Cortison-Gabe oder bei bereits bekannten Auffälligkeiten am Auge
Zum Glaukom-Check gehören Druckmessung und Beurteilung des Sehnervs. Eine einzelne Druckzahl genügt nicht.
Netzhaut
- bei Kurzsichtigkeit ab etwa 3 Dioptrien unabhängig vom Alter
- Kontrolle der Netzhautmitte typischerweise ab 55 bis 60 Jahren
- bei Diabetes in der Regel jährlich
Verkehr
Sehprüfung für Autofahrende ab 40 Jahren sinnvoll.
Häufige Befunde, die Vorsorge finden soll
Glaukom: Schaden am Sehnerv. Behandlung zielt darauf, weiteren Verlust zu vermeiden. Verlorene Nervenfasern kehren nicht zurück.
Katarakt: zunehmende Linsentrübung. Sie lässt sich operativ durch eine Kunstlinse ersetzen, wenn der Alltag darunter leidet.
Makuladegeneration: Veränderung an der Stelle des schärfsten Sehens. Neu krumme Linien oder ein zentraler Fleck gehören zeitnah untersucht.
Kurzsichtigkeit höherer Grade: erhöhtes Risiko für periphere Netzhautveränderungen.
Kosten
Eine Früherkennung ohne Beschwerden und ohne bekanntes Risiko kann eine Selbstzahlerleistung sein. Das klären wir vor der Untersuchung.
Wann eher heute als „irgendwann“?
- Sehverschlechterung, die nicht nachlässt
- Lichtblitze, bewegliche Rußpunkte, ein Schatten von einer Seite
- verzerrtes zentrales Sehen
- Schmerz, Doppelbilder, plötzlicher Gesichtsfeldverlust
Für solche Situationen gilt unsere Notfallsprechstunde, nicht der Vorsorgetermin.

